Details
Zeitraum
2020 - 2022
Format
Digitale Plattform, die während der Pandemie Kunst in den privaten Raum vermittelte.
Status
abgeschlossen
Fortsetzung
ganz im Geiste von Salz + Kunst: Kultur am Bettrand von Shirely Grimes
www.kulturambettrand.ch
Während der Pandemie brach der Zugang zu Kunst abrupt weg: Theater, Konzertsäle und Kulturhäuser blieben geschlossen. Das Publikum war von kulturellen Erlebnissen abgeschnitten. Kunstschaffende verloren nicht nur Auftrittsmöglichkeiten, sondern auch Sichtbarkeit, Einkommen und Resonanz.
Zugleich zeigte sich ein Mangel an frischen und flexiblen Formen kultureller Teilhabe: Kunst war an Orte, Zeiten und institutionelle Formate gebunden, die in Krisenzeiten nicht mehr funktionierten. Das Bedürfnis nach Kunst blieb. Doch es fehlte ein Weg, ihr im Alltag Raum zu geben.
Sollen Kunst und Publikum auch in Krisenzeiten zueinander finden, muss Kunst aus Institutionen herausgelöst und in den persönlichen Lebensraum der Menschen verlagert werden. Wohnzimmer, Gärten, Hinterhöfe oder digitale Räume warten nur darauf, als Bühnen, Salons und Ateliers zu dienen.
Dabei entsteht eine neue Nähe zwischen Künstler:innen und Publikum. Ohne Orchestergraben, Sitzordnung oder kulturellen Dresscode wird Kunst zu einem gemeinsamen Ereignis.
Salz + Kunst etablierte Kunst on demand: individuell buchbar, lokal verankert und fair bezahlt. Über eine digitale Plattform konnte das Publikum aus einer Vielzahl von Formaten wählen – von Hauskonzerten über Live-Film-Hörspiele bis hin zu personalisierten Gedichten oder Performances per Zoom.
Die Lösung bestand nicht nur in der technischen Vermittlung, sondern in der sozialen Neurahmung von Kunst. Das Publikum wurde vom Konsumenten zum Gastgeber oder Mäzen, die Künstler*innen wurden berührbar und sichtbar.
Die Medien beschrieben Salz + Kunst deshalb nicht nur als Nothilfeprojekt, sondern als Impuls für ein verändertes Kunstverständnis, das auch über die Pandemie hinaus Wirkung entfalten kann.
Salz + Kunst erreichte Menschen, die sich sonst kaum in institutionelle Kulturräume wagen – sei es aus Schwellenangst, Zeitmangel oder finanziellen Gründen. Durch die Verlagerung der Kunst in den privaten Raum und durch niederschwellige Formate eröffnete sich für die Kunst ein neues, diverseres Publikum.